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Archive for 6. oktober 2009

The highest style of humanity

Nothing ought to be more important to a king than to be and remain as versatile, as informed, as well-oriented and free of prejudice, in short, as complete person as possible. No human being has greater means at his disposal than a king to easily make this highest style of humanity his own. Through moving in society and continuing to learn he can keep himself forever young. And old king makes a state as morose as he is himself. How easy it would be for the king to become aquained with the scientific progress of humanity. He already has learned academies. Now if he were to require of these complete, exact, and precise reports on the former and the present state of literature in general—regular reports on the most noteworthy events in everything that interests the human being as such—extracts from the most excellent books and notes on these, references to those products of fine art which deserved contemplation and enjoyment in their own right, and lastly suggestions for the furtherance of learned culture among his subjects, for the acceptance and support of promising, important undertakings and of poor

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scholars of great promise, for filling scientific gaps and developing new literary seeds; or at least, if he established reciprocal relations, then this would put him in a position to view his state among other states, his nation within humanity and himself on a large scale, and here indeed to mold himself as a royal person. Spared the labor of an enormous amount of reading, he would enjoy the fruits of the learning of Europe in extract, and in a short time, through diligently reviewing this refined and concentrated material, he would be able to discern the breaking forth of new, mighty powers of his spirit, and to see himself in a purer element, at the height of his age. How divinatory his gaze would become, how astute his judgment, how sublime his temperament!

– Novalis, Faith and Love or The King and Queen/ Glauben und Liebe oder der König und die Königin (1798)

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Originalversjonen:

Einen König sollte nichts mehr am Herzen liegen, als so vielseitig, so unterrichtet, orientiert und vorurteilsfrei, kurz so vollständiger Mensch zu sein, und zu bleiben, als möglich. Kein Mensch hat mehr Mittel in Händen sich auf eine leichte Art diesen höchsten Stil der Menschheit zu eigen zu machen, als ein König. Durch Umgang und Fortlernen kann er sich immer jung erhalten. Ein alter König macht einen Staat so grämlich, als er selbst ist. Wie bequem könnte sich der König nicht die Bekanntschaft mit den wissenschaftlichen Fortschritten der Menschheit machen. Er hat schon gelehrte Akademien. Wenn er sich nun von diesen vollständige, genaue und präzise Berichte über den vormaligen und gegenwärtigen Zustand der Literatur überhaupt — terminliche Berichte über die wissenswürdigsten Vorfälle in allem, was den Menschen, als solchen, interessiert — Auszüge aus den vorzüglichsten Büchern, und Bemerkungen über dieselben, Hinweisungen auf diejenigen Produkte der schönen Kunst, die eigne Betrachtung und Genießung verdienten, endlich Vorschläge zur Beförderung wissenschaftlicher Kultur der Untertanen, zur Aufnahme und Unterstützung

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hoffnungsvoller bedeutender Unternehmungen, und armer vielversprechender Gelehrten, und zur Ausfüllung szientifischer Lücken und Entwicklung neuer literarischer Keime, erforderte, und allenfalls Korrelationen veranstaltete, so würde dies ihn in Stand setzen seinen Staat unter andern Staaten, seine Nation in der Menschheit und sich selbst im Großen zu übersehen, und hier in der Tat sich zu einem königlichen Menschen zu bilden. Der Mühe einer ungeheuren Lektüre überhoben, genösse er die Früchte der europäischen Studien im Extrakte, und würde in kurzem durch fleißiges Überdenken dieses geläuterten und inspizierten Stoffs neue mächtige Kräfte seines Geistes hervorgebrochen, und sich in einem reinern Elemente, auf der Höhe des Zeitalters erblicken. Wie divinatorisch würde sein Blick, wie geschärft sein Urteil, wie erhaben seine Gesinnung werden!

– Novalis, Glauben und Liebe oder der König und die Königin (1798)

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